Die Sisi-Statue in Budapest – Elisabeth, die beliebte Königin der Ungarn

Statue von Königin Elisabeth, 1932, Quelle: FSZEK

Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach (Sisi) heiratete im April 1854 Franz Joseph I. und wurde so Kaiserin von Österreich sowie Königin von Böhmen und Ungarn. Zwar war die auffallend schöne Königin auch in den beiden anderen Ländern beliebt, doch ihre Popularität und ihr Kult waren in Ungarn am größten. Der Grund dafür war, dass Elisabeth (angeblich) die Ungarn besonders liebte und sich um sie kümmerte. Es ist kein Zufall, dass sich noch zu ihren Lebzeiten ein riesiger Kult um sie in Ungarn entwickelte. Der VII. Bezirk der ungarischen Hauptstadt nahm beispielsweise 1882 (mit besonderer königlicher Genehmigung) den Namen Erzsébetváros an, und der heutige Außenbezirk Pesterzsébet erhielt bereits früher, im Jahr 1870, den Namen Erzsébetfalva.  (Elisabeth=Erzsébet).
Aber es gibt in Budapest auch die Elisabethbrücke, den Elisabeth-Aussichtsturm (Der Erzsébet-Aussichtsturm auf dem János-Hügel, dem höchsten Punkt der Hauptstadt) und den Elisabethplatz. Und es gab auch eine Statue von Königin Elisabeth.

Sisi oder Sissi?  –  Die Königin wurde als Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach geboren, war eine bayerische Prinzessin und wuchs in einem bürgerlich-liberalen Umfeld auf. In der Familie wurden alle mit ihren Spitznamen angesprochen. Elisabeths Spitzname war ursprünglich Lisi, aber die kleineren Kinder konnten den „L“-Laut nicht richtig aussprechen, weshalb sie begannen, sie Sisi zu nennen. Tatsächlich nannten sie nur ihre Familie und enge Freunde so, wie zum Beispiel ihre ungarische Vorleserin Ida Ferenczy. Die Schreibweise „Sissi“ verbreitete sich im allgemeinen Sprachgebrauch durch die Verfilmung von 1955.

Der Krönungseid von Franz Joseph in Pest vor der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in der Innenstadt (1867). In der Mitte der Krönungsbühne leistet der Herrscher den Eid. Quelle: FSZEK

Sisi, die Ehefrau von Franz Joseph I. – dem unterdrückerischen Habsburger – war selbst eine begeisterte Anhängerin des stolzen, kämpferischen, „rebellischen“ ungarischen Volkes, das ihre Begeisterung erwiderte.

Sie liebte die ungarische Bevölkerung und tat daher alles in ihrer Macht Stehende, um die Interessen der Ungarn, darunter die Ausgleichsverhandlungen (1867) voranzubringen.
Auch ihr kam eine wichtige Rolle dabei zu, dass Franz Joseph sich mit den führenden Vertretern der ungarischen politischen Elite traf, darunter Ferenc Deák und Graf Gyula Andrássy, der sie als seine beste Freundin bezeichnete.

 


Aber warum mochte Sisi die Magyaren so sehr?
– Der wahrscheinlichste Grund dafür war wohl, dass der Wiener Hof – wo sie lebte – die Magyaren nicht besonders schätzte, und Sisi mochte diesen für sie so kühlen Wiener Hof nicht. Deshalb begann sie wohl, Ungarisch zu lernen, das sie auf hohem Niveau und ohne Akzent sprach. Sie ersetzte auch ihre Hofdamen durch Ungarinnen, die ihr bis zu ihrem Tod dienten.

Sisi, die Frau von Franz Joseph, wurde 1898 Opfer eines Attentats.
Mit Elisabeths Tod verschwand der um ihre Person entstandene Kult nicht mit ihr ins Grab, sondern blieb bestehen und gewann sogar noch an Stärke.

 

Das Gedenkdenkmal  – Die Idee, auch in Budapest ein großformatiges Denkmal zu Ehren von Elisabeth zu errichten, entstand unmittelbar nach ihrem Tod. Im Zusammenhang mit der Errichtung der Statue wurde auch eine Spendenaktion organisiert. Es herrschte die allgemeine Meinung, dass ihr Grab zwar in Wien liege, ihre Statue jedoch in Budapest stehen solle, schließlich war die Königin eine große Freundin der Ungarn.
Das gemeinsame Werk des Bildhauers György Zala und des Architekten Rezső Hikisch wurde 1924 fertiggestellt, doch auf die Einweihung der Statue musste man aufgrund finanzieller Schwierigkeiten weitere acht Jahre warten – zu diesem Zeitpunkt wurde das Vorhaben vorübergehend von der Tagesordnung gestrichen, und die Statue wurde bereits damals eingelagert, wo sie bis 1932 verblieb.
Damals wurde das Denkmal in der Innenstadt von Pest auf dem Eskü-Platz (heute 15.-März-Platz) – neben der nach ihr benannten Brücke und nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der ihr Ehemann anlässlich des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs (1867) vor den ungarischen Ständen und kirchlichen Würdenträgern seinen Eid ablegte –  Eskü-Platz vor der Inner-Städtischen Kirche/ Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt- sh. Bild oben –, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie eingeweiht (1932).
Über der Statue stand damals als Teil der Komposition noch ein rundes, glorietteartiges Bauwerk.
Die Statue wurde daraufhin zu einer Art Wallfahrtsort; unzählige Menschen suchten sie auf und brachten dem Freund der Ungarn Blumen dar; zudem konnte man sich sogar in der Kuppelhalle niederlassen, um die Statue in aller Ruhe zu bewundern. Doch das hielt nicht lange an.
So imposant das Bauwerk mit der Statue auf dem Platz auch wirkte und obwohl es die Zerstörungen des II. Weltkriegs überstanden hatte, ging die kommunistische Machtübernahme nicht gerade schonend mit der Statue um, die diese Königin darstellte. 1953 entfernte die neue sozialistische Regierung zunächst nur die Statue. Als jedoch Anfang der 1960-er Jahre mit dem Bau der neuen und modernen Elisabethbrücke begonnen wurde, wurde auch die ursprüngliche Statuenhalle endgültig abgerissen. Die Statue von Sissi war zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig aus dem Blickfeld verschwunden, entging jedoch den damals weit verbreiteten Einschmelzungen und vegetierte jahrzehntelang in Statuenlagern herum.

In den letzten Jahren des Sozialismus, im Jahr 1986, holte man die elegant dasitzende Statue von Elisabeth wieder hervor und stellte sie erneut auf, wenn auch nicht an ihrem ursprünglichen Standort und ohne die Kuppelhalle. Auch heute noch thront sie an diesem Ort in Buda, in der Nähe des Budaer Brückenkopfes der Elisabethbrücke, in einem Park. Der heutige Standort der Statue ist vielleicht nicht ideal, aber sie ist ein beliebter Erholungsort für die Bürger von Buda.

Bis heute umgibt die Figur der Sisi unter den Ungarn ein tiefes Ansehen. Auch nach dem Untergang der Monarchie wurde die Elisabethbrücke nicht umbenannt, im Gegensatz beispielsweise zur ehemaligen Franz-Joseph-Brücke, die heute Freiheitsbrücke heißt.

Quelle Bilder: FSZEK

 

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